Dienstag, 10. August 2010

Der Weg nach Kenosha

Langsam rückt unser Auslandssemester näher. Nur noch 8 Tage und drei von uns verlassen Deutschland für knapp 5 Monate um in Kenosha, Wisconsins zu studieren. Da wir für unserer Stipendium einen Bericht anfertigen müssen, haben wir uns dazu entschieden, unsere Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse regelmäßig im Pingulab-Blog festzuhalten. Zur Einleitung möchte ich erst einmal meinen Blick auf die Vergangenheit werfen und kurz zusammenfassen, was wir die letzten Wochen gemacht haben. Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen, sich auf sein Auslandssemester vorzubereiten.Angefangen hat alles Ende Mai bei der internationalen Woche der Ostfalia. Dort gab es eine Informationsveranstalltung zum Thema Auslandsemester. Die FH hat uns mit Gratis-Pizza in den Hörsaal gelockt. Wobei wir auch immer schon mit dem Gedanken gespielt hatten "irgendwann" mal ein Semester im Ausland zu studieren. Die Veranstalltung war aber der Tritt, denn wir drei noch gebraucht haben. Wir wollten es einfach mal versuchen. Gerade für mich und John als Duale-Studenten war der Ausgang dieses Versuches recht ungewiss, da ja auch die Firmen ein paar Worte mitzureden haben.

Und so fingen wir an zu planen. Die Idee war, im Sommersemester 2011 dann loszuziehen, damit wir ein Semester Vorbereitsungszeit haben, wie uns empfohlen wurde. Doch unsere Pläne wurden rasch zunichte gemacht, als uns der für Kenosha zuständige Professor darüber unterrichtete, dass im Sommersemester schon zu viele fahren würden und wir Drei da zu viel wären.
Wintersemester 2011-12 würde aber John und mir die Ausbildung versauen und dannach wäre es zu spät.
Einzige Lösung: Gleich zum Wintersemester 2010-2011 hin. Drei Monate Vorbereitung anstatt der empfohlenenen 6. Unmöglich sollte es nicht sein. Sofort setzten wir uns mit dem Internationalen Büro der Ostfalia in Verbindung um deren Unterstützung zu bekommen. Erwartete Kosten für das Auslandssemester: etwa 7000 Euro :(. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die Ostfalia hat für solche Fälle ein Stipendium, aber ob das so kurzfristig zur Verfügung steht ist fraglich. Aber man greift nach jedem Strohhalm den man finden kann.

Als Nächstes mussten wir uns in Kenosha als normale Studenten online auf ein Semester bewerben und parallel schon mal unseren Stundenplan zusammenstellen um sicherzugehen, dass wir das Studium überhaupt machen können. Zusammen mit dem Prüfungsausschuss konnten wir dann eine Zufriedenstellende Lösung finden.
Die Ostfalia unterstützte uns sehr bei unserem Vorhaben und setzte sich mit der Uni in Amerika auseinander. Unsere Fächer wurden mit den Professoren dort abgeklärt und die Uni wurde davon unterrichtet, dass wir keine normalen Studenten sondern Studenten der Partneruni sind. Dadurch bekamen wir auch in Kenosha Ansprechpartner, an die wir uns richten konnten und die über unser Auslandsemester bescheid wissen. Eine Forderung der Uni ist der sogenannte Töffel, ein Englishzertifikat, das uns als Partnerstudenten zum Glück ersparrt bleibt. Bei uns reicht ein einfacher Wisch eines Professores der unsere Englishkenntnisse bestätigt. Diesen besorgten wir uns mit einem kurzen Gespräch im Sprachzentrum der Ostfalia.
Dann hieß es ersteinmal warten, bis endlich ein Briefumschlag der Uni im Briefkasten lag. Darin befanden sich informationen und Formulare der Uni. Und wir mussten Feststellen, dass sich die amerikanischen Papierformate richtig mies abheften lassen. Während wir auf unsere Bestätigungen warteten, kümmerten wir uns schon mal um die Kreditkartenanträge sowie um die Krankenversicherung, die wir in Amerika zusätzlich benötigen.
Hendrik und Ich haben die kostenlose Studentcard der DKB genommen, John ist mit einer Karte seiner Bank unterwegs (Mal sehen wer besser weg kommt ;)). Angeblich kennen die Amerikaner ja kaum noch Bargeld.
Nachdem dann auch endlich unsere Bestätigungen von FedEx vorbeigebracht worden sind(die waren gut 3 Wochen auf Weltreise). Wurde es für uns langsam Ernst. So konnten wir endlich den Visums Antrag stellen und uns um einen Flug nach Amerika kümmern.
Das Visum ist echt eine Geschichte für sich. Zunächst darf man ein Online-Formular ausfüllen (ESTA genannt), dass es echt in sich hat. Ich glaube ich habe noch nirgendwo so viele persönliche Informationen abgeben müssen, wie bei diesem Formular. Neben der kompletten Karriere wird man auch freundlich gefragt, ob man den Terrorist sei. Interessant ist vor allem, dass das Formular nach 20 Minuten abbricht und man sich neu anmelden muss. Wer seine bissherigen Antworten nicht gesichert hat, darf neu beginnen. Nach gut 2 Stunden hatten Hendrik und ich aber auch diese Hürde gemeistert. Mit dem Formular kann man dann einen Termin bei der Botschaft machen.
Letzten Mitwoch ging es dann auf nach Berlin. Nachdem ein Freund von uns, uns Berlin bei Nacht gezeigt hatte und wir irgendwann um halb vier eingeschlafen waren, ging es am nächsten Morgen um 7 los. Blöderweise gingen wir zur US-Botschaft am Brandenburger Tor und das obwohl wir mehrfach etwas von Clayallee (das ist irgendwo in Zehlendorf) gelesen hatten:D Vielleicht sollte man doch mehr schlafen, vor so einem Termin. Mit nem Taxi erreichten wir dann (etwas verspätet) die Botschaft an der Clayallee. Nach dem Passieren des Sicherheitschecks hieß es warten. Knapp 1:30 Stunden dauerte es, bis wir dran waren und Feststellen durften, dass man insgesamt zwei Überweisungen machen muss (die SEVIS-Überweisung hatten wir irgendwie übersehen).
Das Visum-Interview durften wir trotzdem machen, so dass es reichte die SEVIS-Formulare nachzureichen.
Momentan warten wir auf die Reisepässe, damit es am 19.08 losgehen kann. So....stay tuned.

3 Kommentare:

  1. Mensch... Berlin war schon klasse... vor allem das Geocachen... hehe... hab se erwischt ;) jungejunge... bald gehts los... die aufregung wird von tag zu tag größer :P

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  2. Vor allem solange wir keine Bleibe in NewYork haben

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  3. Jaja, das kommt mir doch alles seeeehr bekannt vor. Wir haben zwar in Berlin die richtige Botschaft erwischt, aber das SEVIS Teil hatten wir auch nicht überwiesen. Wurde auch nirgendwo auf der Website wirklich erklärt oder gefordert. Zum Glück konnten wir das per Online-Überweisung direkt in der Botschaft am Internet PC machen. Das Visum lag dann schon 1 Woche später im Kasten^^

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